Sebastian Krumbiegel – Courage zeigen

Zwei fesche 50er tauschen mal wieder Erinnerungen aus. Sebastian ist ein knappes halbes Jahr älter als ich. Zur gleichen Zeit trugen wir Uniform, er bei der NVA, ich bei der Bundeswehr. Diesmal treffen wir uns in dunkel bis schwarz gekleidet, was bekanntlich schlank macht…

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Der Sänger und der Radiomann freuen sich über den Schnapsschuss. Ebenso wie über die Geschichte unseres ersten Zusammentreffens – damals, beide Anfang 20 – der Interviewer noch weit davon entfernt, dolle Fragen zu stellen und die Gesprächspartner aus der Hitparade mit selten ernstgemeinten Antworten. Seitdem bin ich Prinzenfan.

Jetzt haben Heiterkeit und Ernst den richtigen Mix. Sebastian hat sein Leben in der DDR in einem Buch aufgeschrieben. Wie der aufmüpfig junge Herzbube, so hießen die Prinzen zuerst, jetzt als gereifter Mann sein Leben aufarbeitet ist sehr anrührend. Es geht um Courage, um linientreue Lehrer im Sozialismus und solchen die Kirche im Dorf ließen. Die Thomaner als musikalische Drillanstalt liefern die Kulisse für Streiche als Lümmel von der ersten Bank, aber auch für tragische Geschichten, wenn z.B. der ältere Krumbiegel Rückrat beweist, zu seinem jüngeren Bruder steht und ihn als Mobbingopfer in Schutz nimmt. Die Frage nach Schuld und Mitläufertum, Mut und Engagement wird am Beispiel der Menschen in seinem Leben deutlich. Natürlich geht es auch um Musik, z.B: wie der damals oft besoffene Udo Lindenberg die Prinzen zum ersten Mal mit auf Tour nimmt. Lange hat Sebastian sich nicht getraut zu schreiben, doch dann auch hier Courage beweisen. Das Ergebnis ist spannende jüngste Zeitgeschichte, Alltagserlebnisse in der untergangenen DDR, dabei Spaß und Kunst eines Chorknaben und Popsängers.

Es gab viel zu bereden…..

BEACH – Urlaubsfeeling im Holidaypark

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Das ist wie Sommerferien am Strand! Palmen, Bananen, bunte Holzhütten wie auf den Inseln mit Ganzjahres-Sommer um 30 Grad, die im sanften Wind nicht Schwitzen machen. Da stellt sich auch im kühldeutschen Frühjahr das Freibad-Feeling ein, wenn man im Übergangsjäckchen durch den neuen BEACH-Bereich im Holidaypark flaniert. Zuletzt gab es mit der Sky Scream eine neue Attraktion für die Achterbahn-Freaks, jetzt wird Boot gefahren – gemütlich für die Kleinen und mit mehr Speed für die Freunde der rasanten Kirmelfahrt auf der ‚Beach Rescue‘-Bahn.

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Auch die Wasserski-Show ist spekakulär wie ehedem und feiert mit ‚Celebration‘ schon das 35. Jubiläum in Hassloch.

Günther Sigl (Spider Murphy Gang) – der Rock ’n‘ Roll macht keine Gefangenen

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Das waren Zeiten. Ein Abend voller Live-Hits für 20 Mark. Mit Songs, in denen von Markstücken die Rede war, die in der Peepshow zum Glotzen in den Schlitz zu werfen sind. Mit der Telefonnummer 32168, die sich bis heute jeder merken kann, obwohl dank Smartphone niemand mehr eine Zahlenreihe länger behalten kann, als sie in den Nummernspeicher eingetippt werden muss. Die Spider Murphy Gang  belegt in meinen Konzerterinnerungen den undankbaren aber nicht nennenswert von der Herzmitte entfernten zweiten Platz nach  Udo Lindenberg. Denn nur eine Woche nach der Odyssee-Urgewalt und meiner Premiere als Fan von Live-Gigs sind die Spiders meine zweite unvergessliche ‚Musikpackung voll auf die Zwölf‘.

War der Besuch der Saarlandhalle noch ein schüchternes Beobachten ‚ganz links hinten oben‘, wagte ich mich in der überschaubaren Sporthalle nahe meines Heimatdorfes schon deutlich weiter nach vorne bis fast an die Bühne. 37 Jahre später erst finden der Fan der wilden Jahre und Bayernlegende Günther Sigl für ein Interview zusammen. Der Chefspider hat eine halbe Stunde Zeit und bekommt beim Bayerischen Rundfunk in München im Ministudio ein Headset verpasst. Am anderen Ende der Leitung fühle ich in Saarbrücken dieses alte Kribbeln für mein Allzeit-Idol, gepaart mit einer Flitzebogenspannung, ob der Held meiner Schulzeit in Wirklichkeit eine launige Diva sein könnte, oder wirklich der coole nette Kumpel-Typ, dem ich einst zugejubelt habe.

Es knackt auf dem Kopfhörer und eine etwas müde und leicht kratzige Stimme setzt am zum ‚Hallo, wer ist da?’…’Hi, hier ist der Christian in Saarbrücken‘ … ‚Griaß di, i bin da Günther‘ schallt es mir sofort mit bester Laune erwartungsfroh aufs Ohr. Ich bin glücklich! Der Interviewplan ist leider wieder einmal eng, (drei Talks hat Sigl schon absolviert, nach mir schaltet sich der nächste Sender zu, da wären meine Lippen längst franselig), also soll die Aufzeichnung sofort beginnen:

‚Per Leitung können wir uns nur hören, aber zur Erklärung, Günther, ich war der, der am 12. März 1983 in der TSR-Halle in Rodalben von dir aus gesehen links in der zweiten Reihe gestanden und mit gejubelt hat, und am Schluss wie alle anderen nassgeschwitzt war.‘ ‚Joa, i erinner‘ mi no sehr guat‘, macht der Bassist und Sänger der Spiders die bemüht launige Eröffnung gerne mit und ist bereit für eine stimmungsvolle Rückschau und wie man später hören kann eine feine Analyse der Musikgeschichte seit Chuck Berry und Elvis.

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Zwei Stunden ’40. Bandjubiläum Spider Murphy Gang‘ wird an Christi Himmelfahrt, 25. Mai bei SR 3 im Radio gefeiert: mit den großen Hits, mit Rock ’n‘ Roll und vielen Anekdoten von der ZDF-Hitparade, von NDW Kollegen, darüber wie man Rocksongs textet und schaut, dass Millionengagen und Steuerforderungen kein Problem werden, denn – so gluckts Günther: ‚Der Rock ’n‘ Roll macht keine Gefangenen!‘

Zur Einstimmung gibt es die Spider Murphy Gang auch zum Nachlesen. Andreas Mäcklers, autorisierte Bandbiographie ‚Skandal’…

Große Stars beim kleinen Sender

…das ist eine feine kleine Broschüre, die da frisch gedruckt vom Halberg kommt. Voll mit kleinen Histörchen und heiteren Anekdoten aus der Geschichte des Saarländischen Rundfunks. 60 Jahre – 60 Seiten mit dem ein und anderen Klecks Senf von mir. Zu haben über die SR Pressestelle…

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Peter Grimberg – ein neuer Alexander…

Peter Alexander ist und bleibt d e r Entertainer aus dem deutschsprachigen Raum. Zu einem Interview mit ihm ist es leider nicht mehr gekommen, aber der pensionierte Allround-Star war so lieb, mir einst persönlich per Bief aus Wien abzusagen.

Es gibt mittlerweile einen netten Österreicher, der singt wie Peter, der Große. Der kann tanzen, schauspielern und er sieht ein bissel aus wie der legendäre Alexander. Was besonders toll ist: er hält das Erbe hoch und tourt mit einer Alexander-Hommage mit großem Erfolg durchs Land. Peter Grimberg hat von seiner Show und seiner Alexander-Leidenschaft erzählt…