Große Stars beim kleinen Sender

…das ist eine feine kleine Broschüre, die da frisch gedruckt vom Halberg kommt. Voll mit kleinen Histörchen und heiteren Anekdoten aus der Geschichte des Saarländischen Rundfunks. 60 Jahre – 60 Seiten mit dem ein und anderen Klecks Senf von mir. Zu haben über die SR Pressestelle…

IMG_8456.JPG

Peter Grimberg – ein neuer Alexander…

Peter Alexander ist und bleibt d e r Entertainer aus dem deutschsprachigen Raum. Zu einem Interview mit ihm ist es leider nicht mehr gekommen, aber der pensionierte Allround-Star war so lieb, mir einst persönlich per Bief aus Wien abzusagen.

Es gibt mittlerweile einen netten Österreicher, der singt wie Peter, der Große. Der kann tanzen, schauspielern und er sieht ein bissel aus wie der legendäre Alexander. Was besonders toll ist: er hält das Erbe hoch und tourt mit einer Alexander-Hommage mit großem Erfolg durchs Land. Peter Grimberg hat von seiner Show und seiner Alexander-Leidenschaft erzählt…

Andreas Bieber – Kronprinz, Traumtänzer und Udo-Fan

Andreas Bieber ist seit fast 30 Jahren auf der Musicalbühne, der Leinwand und in der Glotze zuhause. Er hat den biblischen Joseph, den märchenhaften Hans, den soapigen Philipp gespielt, war im Theater ‚Producer‘, Deckstewart aus dem Kreuzfahrtschiff und vieles mehr. Ganz zu Beginn seiner Karriere musste Andreas sich als Kronprinz Rudl in Wien mit der Pistole und der Hilfe von Uwe Kröger als Tod in ‚Elisabeth‘ selbst entleiben. Damals trafen in Saarbrücken jenes ‚Duo mortale‘ und der junge Reporter als Interview-Greenhorns zum ersten Mal aufeinander.

61mw9H7mnwL.jpg

Jetzt haben wir uns wieder verabredet, weil der Andi eine Solo-CD aufgenommen hat, mit seinen Bühnenhits im neuen Sound. In modernen Zeiten gehen Interviews schon mal entspannt mit stabilen Wlan-Netzen über das Smartphone von daheim nach daheim…

Anonyme Giddarischde – ein feiner Hauch von Leberwurst

Geht es um romantische Heimatgefühle, bin ich als ‚Grenzkind‘ ein bissel sehr dazwischen und keiner will mich eigentlich haben. Das bedauerliche ‚Ohhh‘ muss jetzt nicht sehr laut angestimmt werden. Alles ist prima, auch wenn die Saarländer mich als Pälzer belächeln und eben die Pälzer einen aus dem Zweibrücker Land auch nicht ernst nehmen, weil er beim Reden nicht so schön singt wie sie. Das Singen bringt mich zu meinem meist gestörten Verhältnis gegenüber Musik, die in heimatlichen Gefilden produziert wird. Wenn einer ein Lied über Gefillde reimt, oder wenn Tramps eines bestimmten Landstrichs das Wasser in den Kragen läuft, laufen bei mir die Tränen und ich schalte ab.

Doch dann ist es ein Mundart-Werbespot, der mir nicht aus dem Ohr geht. Beim Zappen ins befreundete Radio-Ausland singt da bisweilen ein rauchig-pfälzischer Joe Cocker über die App einer Zeitung, und dass man alle Informationen von daheim mit ihr überall abrufen kann. Whow, da benutzt jemand mal nicht die Mundart, um schunkelselig die Schönheit der Landschaft zu besäuseln, oder von der Oma ihrem Nähkästchen zu erzählen. Aktualität, Alltag, Hier und Jetzt in einer lebendigen Sprache. Das alles im Sound von ‚Crosby, Stills, Nash and Young‘, ‚Eagles‘ oder ‚R.E.M.‘ Saitenweise kernig, mehrstimmig, toll!

Mittlerweilee weiß ich, wer von der APP singt: die wunderbar handgespielten Gitarrensaiten und die mir vertraute Mundart aus der Gegend Frankenthal kommt von ‚Die Anonyme Giddarischde‘. Der Werbesong heißt original ‚Pfalzlied‘ und ist ein Klassiker der Band. Über ein paar Umwege ist jetzt auf meiner playlist das aktuelle Album gelandet und war mein Soundtrack auf dem Weg durch den Sonntagswald am noch jungen Morgen. Der unplugged-Konzertmitschnitt (DVD und Doppel-CD) vor einem gutgelaunten Publikum trägt den Titel ‚Amool ääner fahre losse‘. Noch einen Song kenne ich, ohne bisher zu wissen, von wem er stammt. Ein Country-Rülpser mit Ohrwurmpotential und dem herrlich unappetitlich-lustigen Text, der mehr als einem Hauch Ironie in die Luft bläst:

Kumm schdoos mol uff moin Schatz, isch riesch die Lewwerworscht so gern
Isch kennt mich nur vun dir un moiner Lewwerworscht ernehrn.

Gitarren satt, mal Mandoline oder eine Mundharmonika dazu, ein dezentes Schlagzeug, Chöre die sitzen, eine charismatisch-kernige Gesangstimme (vom Edsel, wie ich jetzt lese).

Wo ist das bei Mundart oft wie besoffen plakativ dargebotene Mirsinmir-Gesäusel? O.K. auch die ‚Giddarischde‘ singen bisweilen von der unvergleichlichen Gemeinschaft beim Weinfest: Setz-dich-her-ich-rutsch-ein-Stück. Das ‚Trink-doch-ene-mit‘, welches alle Regionen zelebrieren und dabei immer verschweigen, dass es bei vielen Festen zur Schlägerei kommt, immer jemand ins Zelt oder vor die Theke kotzt, oder bisweilen Bratwürste verkauft werden, die Magenprobleme verursachen. Die Feste, bei denen die Musik nicht immer gut spielt und zu oft Pause macht… ABER  …die Songs der ‚Giddarische‘ haben obendrein schoppenweise Augenzwinkern, sie erzählen Geschichten aus dem Pfälzer und damit auch meinen Alltag, haben Herz und Spaß: Das Leid des Ehemannes (Hättscht emol Zeit?), nächtliche Gelüste am Kühlschrank (Moi liebschtes Programm), das Schicksal des Berufspendlers, der nach dem Wochenenende auf der Autobahn kotzen mag (Montags), das melancholische Durchwühlen der Holzkiste mit alten Fotos (Im Keller), ein immer wieder junges Thema, wie Männer und Frauen zueinander finden (Peterles Hochzisch).

Die Frankenthaler Mundart-Songwriter präsentieren sich als bodenständig sympathische Jungs mit dem Schalk im Nacken. Selbstbewusst aber niemals arrogant. Weltoffen UND heimatverbunden. Mit dem Blick für das wirkliche Leben und der verschmitzten Lust, darüber zu singen, in Reimen die einfach so daher gesagt wirken, mit denen man aber noch nicht schon tausendmal Berührung hatte.

So muss Mundart! – eine Konzertreise zwischen Bexbach und Merzig oder in die Mitte meines mundartlichen Niemandslandes nach Zweibrücken sei dringend anempfohlen. Bittschäää – Donkschää!

Vorhang Auf – Wiener Abend mit den schönsten Musicals

File:Vienna set 1.jpg

„Moooondlicht, schau hinauf in das Mooondlicht..“  – das rührend melancholische ‚Memory‘ wurde im September 1983 zum ersten Mal auf deutsch interpretiert. Die ‚Erinnerung‘ der alten und struppigen Katze Grizabella ging ans Herz und sorgte für standing Ovations im berühmten ‚Theater an der Wien‘. Auch die anderen Songs der bunten Katzenschar auf der Müllhalde unterm Vollmond trafen nach London und New York  den Nerv der Österreicher. ‚Cats‘ war ein Knaller  – in Wien und bald im gesamten deutschsprachigen Europa. Peter Weck hatte als frisch berufener Intendant an der linken Wienzeile seine Amtszeit mit einem Feuerwerk der Sinne eröffnet. Der Musicalboom war gezündet bis heute ist die Begeisterung ungebrochen: ‚Das Phantom der Oper‘, ‚Les Misérables‘, ‚A chorus Line‘ – der Broadway konnte plötzlich auch deutsch sprechen. Kurze Zeit später wurde der Musicalbetrieb mit den Vereinigten Bühnen Wien auf bis drei Spielstätten erweitert, mit ‚Elisabeth‘, ‚Mozart‘ oder ‚Freudiana‘ eigene Stücke entwickelt.

Ronacher 1280x680 ©VBW / Rupert Steiner

So ist es bis heute! Wenn auch im altehrwürdigem ‚Theater an der Wien‘ inzwischen  Opern zu Aufführung kommen, das ‚Raimund Theater‘ und das ‚Ronacher‘ präsentieren  einen hochklassig-spannenden Spielplan aus Eigenproduktionen und Hits aus London und New York: Sister Act, Evita, Der Besuch der alten Dame, Don Camillo & Peppone, und, und, und..

SR 3 Saarlandwelle lädt am 12. Februar ab 18 Uhr mit ‚Vorhang Auf‘ zu den schönsten Musicalmelodien der Vereinigten Bühnen.

Raimund Theater 1280x680 ©VBW / Rupert Steiner

Der ‚Wiener Abend‘ spielt die großen Songs und Ohrwürmer und lässt die Macher zu Wort kommen:

Christian Struppeck © VBWKoen Schoots © VBW/Maria Frodl

(Fotos: Vereinigte Bühnen Wien)

Intendant Christian Struppeck erklärt das Spannungsfeld seiner Musicals, die in Österreich bejubelt, aber darüberhinaus sogar bis Japan zum Exportschlager wurden.   Orchesterchef Koen Schoots schwärmt von seinen Musikern, die von Rock bis Klassik jede Besetzung und jeden Sound spielen können. Die Plattenfirma Hitsquad aus Wien hat sich auf Musical-Aufnahmen spezialisiert und stellt sicher, dass der Theater-Sound auch daheim auf CD gut rüberkommt. Schließlich kommt in der Sendung auch der legendäre Peter Weck zu Wort und nennt das Lieblingsstück seiner Intendanten-Amtszeit.

IMG_0852

Eine Radio-Stunde – über 30 Jahre Musicalgeschichte aus Wien. Für Cats 1983 hat Trevor Nunn als Regisseur der Londoner Uraufführung zum ersten Mal in Österreich gearbeitet. Es muss ihm sehr gut gefallen haben, denn in der aktuellen Produktion ‚Schikander‘ hat Nunn für die Wiener nämlich gerade eine Uraufführung inszeniert.

SCHIKANEDER_Milica Jovanovic (Eleonore Schikaneder)_Mark Seibert (Emanuel Schikaneder)_mit Ensemble_©VBW_Deen van Meer.jpg

Wer mag, kann hier auf dem Blog die Geschichten zu vielen Musicalstars nachlesen, die  über die Jahre in Wien gespielt haben: Uwe Kröger, Kevin Tarte, Viktor Gernot, Anne Welte, Ethan Freeman, man findet Udo Jürgens, Michael Kunze, Peter Alexander, Peter Weck und viele andere…bitte oben rechts über die Lupe suchen.